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Speicherstadt
Die Lagerhäuser in neugotischer Backsteinarchitektur haben jeweils auf der einen
Seite Anbindung ans Wasser und auf der anderen Seite an die Straße. Gelagert
wurde Stückgut, vor allem Kaffee, Tee und Gewürze auf fünf „Böden“ übereinander
und über eine eigene jeweils am Hausgiebel montierte Seilwinde erreichbar. In
den Lagerhäusern, die meistens unbeheizt waren und Holzfußboden hatten,
herrschten relativ gleichmäßige klimatische Lagerbedingungen. Die Lagerung,
eventuell auch eine Weiterverarbeitung, wurde von Quartiersleuten für die
Importeure, die keine eigenen Lager unterhielten, übernommen. Die Quartiersleute
waren meist auf bestimmte Güter spezialisiert und verfügten über eine fundierte
Sachkenntnis. Insbesondere bei Tee und Kaffee wurden die importierten Sorten
verkostet und Mischungen fertig konfektioniert. Zu ihren Aufgaben gehört noch
heute die Qualitätsprüfung der Waren und der Versand von Proben. Infolge der
Rationalisierung des Überseehandels durch die „Blechschachteln“ haben sich die
Betriebe näher an den Containerterminals angesiedelt. Die Speicherstadt liegt in
einem Gebiet, das bei einer Sturmflut vom Elbwasser überflutet werden kann,
wodurch sich der untere Boden nicht zum Lagern eignet und nur zu
Versandvorbereitungen dient. Heute beträgt die Nutzfläche der Speicherstadt etwa
630.000 Quadratmeter und beherbergt neben zahlreichen Teppichhändlern und
Agenturen immer mehr Museen und Ausstellungen. Im Sandtorquaihof in der Straße
Pickhuben haben Verlag und Redaktion der Meereszeitschrift mare ihren Sitz. |