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Speicherstadt
Zum Baubeginn der Speicherstadt im Freihafen wurden ab 1883 die Häuser auf den
Elbinseln Kehrwieder, Brook und Wandrahm abgerissen, die zu einem besonders
malerischen Altstadtviertel aus dem 17. und 18. Jahrhundert gehörten, das noch
fast vollständig erhalten war. Etwa 20.000 Menschen mussten neue Wohnungen
finden, in der Regel ohne staatliche Unterstützung. Der erste Direktor der
Hamburger Kunsthalle, Alfred Lichtwark, prägte aus diesem Anlass das Wort von
der „Freien und Abrissstadt Hamburg“. Die Kaufleute betrachteten den Bau jedoch
als notwendig, nachdem Hamburg sich dem Deutschen Zollverein im Jahre 1888
anschloss. Bis zu diesem Zeitpunkt war ganz Hamburg Zollausschlussgebiet. Um den
Hafenbetrieb nicht durch Zölle zu stören, wurde der Bau eines Viertels nötig,
das nicht dem deutschen Zollgebiet angehörte, sondern Freihafengebiet war. In
dieser Enklave sollte weiterhin das angestammte Privileg der Hamburger Kaufleute
gelten, Importgüter zollfrei lagern, veredeln und verarbeiten zu dürfen. Dadurch
konnte der Überseehandel zollfrei abgewickelt werden. |